Wie läuft die Sanierung nach einem Hochwasserschaden ab?
Nach dem Abpumpen des Wassers folgt die Entfernung von Schlamm und Schmutz – oft mit Industriesaugern. Unrat und nasses Mobiliar muss ausgeräumt werden. Stark durchfeuchtete Materialien wie Tapeten, Gipsputze, Bodenbeläge oder Holzwerkstoffe müssen entfernt werden, da sie Schimmelwachstum begünstigen und die Trocknung behindern. Sind auch Dämmstoffe betroffen und stark durchnässt, zum Beispiel in Fußbodenaufbauten, müssen diese ebenfalls häufig ersetzt werden.
Gleichzeitig muss auch die gesamte betroffene Haustechnik, wie Elektro-, Gas-, Heizungs- und Wasserinstallationen auf Schäden und Funktionstüchtigkeit geprüft werden. Installationen und Leitungen, die unterhalb des Hochwasserstandes lagen, sind meist nicht mehr zu retten und müssen erneuert werden.
Anschließend muss die Bausubstanz so schnell wie möglich trocknen. Erst danach kann der Wiederaufbau beginnen. Dabei sollten Sie auch bedenken, welche vorbeugenden Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser möglich und sinnvoll sind.
Besonders überflutungsgefährdet sind Häuser in Tälern, in Hanglagen oder in der Nähe von Bächen, Flüssen und Seen. Doch durch die Klimaveränderung und Starkregen kann Hochwasser heute nahezu überall auftreten.
Deshalb sollte auch untersucht werden, wie das Wasser ins Gebäude gelangt ist – etwa über Kellerfenster. Solche Stellen sollten gegebenenfalls nachträglich abgedichtet werden.
Vorbeugende Maßnahmen können sein:
- druckwasserdichte Kellerfenster,
- Rückstauklappen,
- Abdichtungen an gefährdeten Stellen.
Wichtige Tipps zur Schadensbeseitigung nach einem Hochwasser bekommen Sie auf der Website des Bundesverbandes Schimmelpilzsanierung e.V..
Welche Möglichkeiten der Gebäudetrocknung gibt es?
Nach Hochwasser ist gründliches Lüften wichtig, reicht aber allein nicht aus. Feuchtigkeit sitzt oft tief in Wänden, Böden und Dämmstoffen fest. Daher ist fast immer eine technische Trocknung notwendig.
Zum Einsatz kommen unter anderem:
- Kondensationstrockner für Feuchtigkeit in Boden und Wänden,
- zusätzlich Turbogebläse zur Oberflächen- und Wandtrocknung,
- Dämmschichttrocknung bei schwimmendem Estrich mit Bohrungen und Schlauchsystemen,
- Vakuumverfahren bei belasteten Materialien.
Welche Methode geeignet ist, hängt vom Aufbau des Gebäudes und dem Schadensausmaß ab. Fachfirmen überwachen den Erfolg mit Feuchtemessungen und dokumentieren den Trocknungsverlauf. Informationen, wie Sie eine qualifizierte Fachfirma für die Gebäudetrocknung erkennen, bekommen Sie auf der Internetseite des Umweltbundesamtes.
Wichtig zu wissen: Schimmel kann bereits nach wenigen Tagen entstehen. Eine zu späte oder falsche Trocknung erhöht Gesundheitsrisiken und Sanierungskosten erheblich.