Ernährungssicherheit stärken: Krisenfest durch Eigenvorsorge
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Krisen wie Extremwetter, Pandemien oder wirtschaftliche Umbrüche zeigen, wie verletzlich unser Ernährungssystem ist. Zwar greift im Notfall die staatliche Vorsorge, doch auch ein eigener Vorrat schafft Sicherheit. Das Projekt der Verbraucherzentrale Sachsen zeigt eindrucksvoll, wie private Vorsorge dabei hilft, besser vorbereitet zu sein.
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Ernährungssicherheit praktisch vermittelt
Das Projekt hatte zum Ziel, Verbraucher*innen resilienter zu machen: Sie sollten lernen, ihre Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser auch in Krisensituationen sicherzustellen, dabei bewusst regionale, gesundheitliche, ökologische und soziale Aspekte einzubeziehen und Vorräte so zu organisieren, dass sie fortlaufend genutzt werden und Lebensmittel nicht verloren gehen.
Besonders berücksichtigt wurden dabei Gruppen, die tendenziell stärker von Krisen betroffen sind – junge Menschen in Ausbildung, Senior*innen sowie Personen mit Migrationshintergrund.
103 Workshops und Aktionen mit 6.274 Teilnehmenden
Die Expertinnen der Verbraucherzentrale Sachsen entwickelten dafür Basisworkshops, vier zielgruppenspezifische Varianten, Schulangebote sowie Weiterbildungen für Multiplikator*innen. Insgesamt wurden 103 Workshops und Aktionen mit 6.274 Teilnehmenden durchgeführt. Das Projekt war zudem auf sachsenweiten Veranstaltungen wie dem Landeserntedankfest, dem Dresdner Gastmahl und der Ökofete Leipzig präsent.
Von Haltbarkeit bis Hygiene: Versorgung auch in Krisen sichern
Die Workshops vermittelten alltagsnah, wie Verbraucher*innen ihre Ernährung nachhaltig gestalten, Lebensmittel richtig lagern und haltbar machen, Abfälle vermeiden, Notfallvorräte auch ohne Strom organisieren und Küchenmanagement sowie Hygiene im Krisenfall sicherstellen können. Der Ansatz traf genau den Nerv der Zeit: Das Thema Ernährungssicherheit ist hochaktuell und wurde im Verlauf des Jahres medial intensiv begleitet.
Notfallpaketen aus dem Internet im Check
Bundesweit beachteter Marktcheck
Ein besonderes Highlight war der Marktcheck zu kommerziellen Notfallpaketen. Der Test deckte erhebliche Defizite auf. Viele Online-Angebote waren überteuert und ernährungsphysiologisch unausgewogen. Die Ergebnisse fanden bundesweit Beachtung, unter anderem in BILD, Focus Online, MDR und lokalen Radiosendern in Dresden, Leipzig und Umgebung.
„Frühzeitige Sensibilisierung erhöht die Resilienz"
Die Erfahrungen aus dem Projekt bestätigen: Private Ernährungsnotfallvorsorge ist ein wirksames Instrument der Krisenprävention. „Frühzeitige Sensibilisierung und Bildungsangebote erhöhen die Resilienz, reduzieren Abhängigkeiten und stärken die lokale Wertschöpfung. Zielgruppenspezifische Ansätze sind entscheidend, um alle Verbraucher*innen – gerade in Zeiten wachsender Krisenanfälligkeit – zu erreichen“, so Birgit Brendel, Leiterin des Teams Lebensmittel und Ernährung.
Das Projekt „Ernährungsresilienz und regionale Wertschöpfung stärken“ wurde vom 1. Januar 2024 an für zwei Jahre durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) gefördert.