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Heizungsförderung für Bestandsgebäude: Heizen mit Erneuerbaren

Stand:
Für effiziente und klimafreundliche Heizungen gibt es ein großes Paket an Förderungen. Tauschen Sie Ihre Ölheizung aus oder setzen Sie eine Maßnahme aus einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) um, gibt es sogar einen Zusatzbonus vom Staat.
Heizung im Keller

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Bundesregierung hat die Ende Januar 2022 gestoppten KfW-Förderprogramme teilweise wieder freigegeben. Für Sanierungen gibt es KfW-Fördergelder, für Neubauten jedoch nicht.
  • Für viele weitere Maßnahmen an Ihrem Wohnhaus gibt es Förderungen: von der neuen Heizung im Keller, über einbruchsichere Fenster sowie den barrierefreien Hauseingang bis zur Nutzung erneuerbarer Energien.
  • Sie können auch mehrere Programme kombinieren, um die öffentlichen Fördermittel bestmöglich auszunutzen.
  • Online helfen Ihnen verschiedene Datenbanken, um nach den passenden staatlichen Förderprogrammen zu suchen.
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Alte Heizung austauschen oder optimieren

Viele Hausbesitzer:innen tauschen erst eine Heizung aus, wenn die alte kaputt ist. Die Investition wird gerne aufgeschoben, bis nichts mehr geht. Lassen Sie sich besser rechtzeitig beraten, denn auch die Optimierung des vorhandenen Heizsystems wird gefördert. Sie kann gefördert werden, wenn die Anlage älter als 2 Jahre ist, der Heizungsaustausch ist mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig, wenn Ihr Gebäude älter als 5 Jahre ist.

Eine umfassende Energieberatung wird über das BAFA mit bis zu 80 Prozent gefördert. Den Beratungsbericht sollten Sie sich als Individuellen Sanierungsfahrplan erstellen lassen, dann ist bei den Kosten für die Sanierung ein Zusatzbonus von 5 Prozent (iSFP-Bonus) möglich.

Wärmepumpen

Die Neuanschaffung von Wärmepumpen ist förderfähig, wenn die Anlage überwiegend für folgende Zwecke genutzt wird:

  • Raumheizung von Gebäuden
  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung
  • Bereitstellung von Wärme für ein Wärmenetz.

Gefördert wird auch die Nachrüstung bivalenter Systeme mit Wärmepumpe. Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Biomasse-Anlagen (Scheitholz, Pellets, Holzschnitzel)

Gefördert wird die Errichtung oder Erweiterung von Biomasseanlagen für die thermische Nutzung ab 5 kW Nennwärmeleistung:

  • Kessel zur Verbrennung von Biomassepellets und -hackschnitzeln
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskessel zur Verbrennung von Biomassepellets bzw. -hackgut und Scheitholz
  • besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel.

Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Bei der Verbrennung von Biomasse entstehen Emissionen, für die Grenzwerte einzuhalten sind. Anlagen mit besonders geringen Staubemissionen (2,5 mg/m3) erhalten einen höheren Zuschuss (Innovationsbonus in Höhe von 5 Prozent).

Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Solarthermieanlagen

Die Errichtung oder Erweiterung von solarthermischen Anlagen wird gefördert, wenn sie mindestens einem der folgenden Zwecke dient:

  • Warmwasserbereitung
  • Raumheizung
  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung
  • solare Kälteerzeugung
  • die Zuführung der Wärme und/oder Kälte in ein Gebäudenetz.


Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Gas-Hybridheizungen

Bei diesem Heizungssystem werden zwei Energiequellen genutzt: Erdgas plus Erneuerbare. Der Hauptwärmeerzeuger ist eine Gas-Brennwertheizung. 25 Prozent der Heizlast muss allerdings durch eine Solarthermie-, Wärmepumpen- oder Biomasse-Anlage erzeugt werden. Im Gegensatz zu „Renewable Ready“-Anlagen muss die Energiequelle durch Erneuerbare sofort bei Inbetriebnahme angeschlossen werden.

Gas-Brennwertheizungen „Renewable Ready“

Gemeint sind damit Gas-Brennwertheizungen, die spätestens 2 Jahre nach Inbetriebnahme auch Wärme aus erneuerbaren Energien nutzen. Sie müssen bereits bei Inbetriebnahme weitestgehend auf den Anschluss von Erneuerbaren Energien vorbereitet sein. 25 Prozent der Heizlast muss spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme durch eine Solarthermie-, Wärmepumpen- oder Biomasse-Anlage erzeugt werden.

Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen

Diese Hybridheizung (EE-Hybride) ist keine spezielle Heizungsanlage, sondern eine Kombination aus Solar-, Biomasse- und/oder Wärmepumpe.

Wärmenetz/Fernwärme

Als Alternative zur eigenen Heizung wird der Anschluss an ein öffentliches Wärmenetz (Fernwärme) gefördert, sofern dessen Wärmeerzeugung zu mindestens 25 Prozent aus Erneuerbaren Energien gespeist wird. Wenn der Anteil der Erneuerbaren Energien mindestens 55 Prozent beträgt, erhalten Sie einen höheren Zuschuss.

Gebäudenetz

Gefördert wird die Errichtung oder Erweiterung eines nicht-öffentlichen Netzes (Gebäudenetz) zur ausschließlichen Eigenversorgung von mindestens 2 und höchstens 16 Gebäuden. Die Gebäude müssen dabei auf einem oder mehreren Grundstücken der Eigentümer:innen oder Eigentumsgemeinschaften stehen. Die Wärmeerzeugung muss zu mindestens 25 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist werden und es darf kein Öl als Brennstoff eingesetzt werden.

Gefördert wird zudem der Anschluss an ein förderfähiges Gebäudenetz.

Heizungsoptimierung

Gefördert werden Maßnahmen zur Optimierung des Heizungsverteilsystems:

  • Hydraulischer Abgleich
  • Austausch von Heizungspumpen
  • Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung
  • Dämmung der Rohrleitungen
  • Einbau von Flächenheizungen, Niedertemperaturheizkörpern und Wärmespeichern


Die Liste der Maßnahmen ist nicht abschließend, detaillierte Informationen zur Heizungsoptimierung erhalten Sie auf den Internetseiten des BAFA.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung ist ein prozentualer Zuschuss, dieser ist abhängig von der Maßnahme und den förderfähigen Kosten.

Öl-Austausch-Bonus: Wenn Sie Ihre Ölheizung durch eine neue, effizientere und klimafreundlichere Anlage ersetzen, winkt sogar ein Zusatzbonus vom Staat. Mit der Öl-Austauschprämie erhalten Sie zusätzlich 10 Prozent auf die eigentliche Förderung. Die neue Heizungsanlage muss eine Gas-Hybridheizung, Wärmepumpe, Erneuerbare-Energien-Hybridheizung (EE-Hybride) oder eine Biomasseanlage mit Scheitholz, Pellets oder Holzschnitzel sein.

iSFP-Bonus: Über das BAFA wird auch eine Energieberatung für Wohngebäude gefördert. Wenn Sie einen Beratungsbericht als individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen oder bereits vorliegen haben, können Sie einen weiteren Bonus von 5 Prozent erhalten. Den Bonus erhalten Sie, wenn Sie eine Sanierungsmaßnahme umsetzen, die Bestandteil des Berichtes ist.

Kombination mit anderen Förderprogrammen

Der Austausch von Heizungen wird auch über Landesprogramme und von einigen Kommunen gefördert, dadurch ist ein noch höherer Zuschuss möglich. Die Bedingungen der einzelnen Förderprogramme können aber abweichen. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) lässt eine Kombination bis maximal 60 Prozent der förderfähigen Kosten zu. Es kommt in Einzelfällen vor, dass eine Maßnahme vom Land oder der Kommune gefördert wird, auf der Bundesebene aber nicht.

Unterbrechung der Fördermittel-Programme Anfang 2022

Nach dem harschen Förderstopp am 24. Januar 2022 wurden die Verhältnisse mittlerweile ein wenig geordnet.

Für Gebäude-Sanierungen hat das Wirtschaftsministerium die Programme wieder freigegeben, mit den gleichen Randbedingungen wie zuvor.

Für energieeffiziente Neubauten gibt es derzeit keine KfW-Fördergelder. Die angekündigte Übergangslösung bis Ende 2022, eine Gesamtfördersumme von 1 Milliarde Euro für Neubauten der Qualität EH 40, ist noch nicht in Kraft getreten.

Alle förderfähigen Anträge, die bis zum 23. Januar 2022 bei der KfW eingegangen sind, werden nach den ursprünglichen Förderkriterien bearbeitet. Erfüllen sie diese werden sie entsprechend genehmigt.

Ausblick 2023

Die Bundesregierung plant, die Kriterien der Förderung energieeffizienter Gebäude ab dem 1. Januar 2023 vollkommen neu aufzustellen. Sie sollen ein Baustein des neuen, umfassenden Programms "Klimafreundliches Bauen" werden.

Welche Kosten sind förderfähig?

Als förderfähige Investitionskosten (Bruttokosten einschließlich Mehrwertsteuer) gelten:

  1. Anschaffungskosten des geförderten Wärmeerzeugers
  2. Kosten für Installation und Inbetriebnahme
  3. Kosten der erforderlichen Umfeldmaßnahmen.


Weitere Informationen finden Sie beim BAFA im Infoblatt zu den förderfähigen Kosten. Als förderfähige Kosten können maximal 60.000 Euro pro Jahr berücksichtigt werden.

Baubegleitung

Ein energieeffizientes Heizungssystem sollte gut geplant sein. Die Baubegleitung und Fachplanung durch Energie-Effizienz-Expert:innen wird mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert. Bei Heizungsmaßnahmen ist eine Baubegleitung und Fachplanung nicht vorgeschrieben. Für den iSFP-Bonus von fünf Prozent, müssen Fachleute immer beauftragt werden.

Förderung beantragen

Die Förderung ist als Zuschuss möglich. Die Variante "Kredit mit Tilgungszuschuss" kann derzeit nicht gewählt werden. Die Programme der zuständigen KfW wurden am 24.01.2022 ausgesetzt. 

Den Zuschuss beantragen Sie beim BAFA, nach Abschluss der Maßnahme wird dieser ausgezahlt. Sie sollten berücksichtigen, dass die Bearbeitung beim BAFA einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Die Zuschussförderung für Heizungen mit erneuerbaren Energien ist immer vor Abschluss des Liefer- und/oder Leistungsvertrages (beispielsweise Installateur) beim BAFA zu beantragen. Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrages beim BAFA.

Die Summe der angegebenen Kosten ist Grundlage für die Zuwendungsentscheidung. Sie kann im späteren Verlauf nicht nach oben korrigiert werden.

Die Anträge sind online zu stellen. Haben Sie nicht die Möglichkeit dazu, können Sie auch eine andere Person bevollmächtigen. Sobald der Antrag über das elektronische Antragsformular gestellt ist, können Sie mit der geplanten Maßnahme beginnen. Weitere Informationen zum Antragsverfahren erhalten Sie beim BAFA.

In 5 Schritten zum Zuschuss

 

Nicht nur an den Heizungskeller denken

Alle geförderten Systeme können die laufenden Heizkosten senken – wenn die Bedingungen stimmen. Eine Wärmepumpe etwa läuft effizienter, wenn ein Haus gut gedämmt ist. Auch für Pelletheizungen, Gaskessel und andere Systeme gilt: Je weniger Wärme die Heizung liefern muss, desto kleiner kann ihre Leistung ausfallen. Dadurch wird sie günstiger sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb. Deshalb kann es in vielen Fällen sinnvoll sein, zuerst die Fassade und Fenster zu verbessern, bevor eine neue Heizung kommt. Der Zuschuss für Dämmmaßnahmen, die mit mindestens 20 Prozent gefördert werden, kann seit dem 1. Januar 2021 ebenfalls beim BAFA beantragt werden. Alternativ zur BEG können Privatleute 20 Prozent der förderfähigen Kosten auch über 3 Jahre verteilt von der Steuerschuld abziehen.

Welche Förderungen Sie für Ihr Eigenheim bekommen können, haben wir für Sie in unserem Übersichtsartikel zusammengefasst.