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Heizungsförderung für Bestandsgebäude: Heizen mit Erneuerbaren

Stand:

Für effiziente und klimafreundliche Heizungen gibt es ein großes Paket an Förderungen. Tauschen Sie Ihre Ölheizung aus oder setzen sie eine Maßnahme aus einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) um, gibt es sogar einen Zusatzbonus vom Staat.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Am 01.01.2021 ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kraft getreten. Zuschussförderungen im Rahmen der Sanierung für Einzelmaßnahmen wie Wärmedämmung, Fenster, Heizung und Baubegleitung können mit einem Antrag beim BAFA gestellt werden.
  • Bei einer Heizungserneuerung gibt es Förderungen von Bund, Land und Kommunen.
  • Tauschen Sie eine alte Heizung gegen eine erneuerbare Energieform aus, sind bis zu 45 Prozent Förderung möglich. Förderanträge beim BAFA können nur online gestellt werden; dies kann auch eine bevollmächtigte Person für Sie erledigen.
Heizung im Keller
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Alte Heizung austauschen oder optimieren

Viele Hausbesitzer tauschen erst eine Heizung aus, wenn die alte kaputt ist. Die Investition wird gerne aufgeschoben, bis nichts mehr geht. Lassen Sie sich daher rechtzeitig beraten, denn auch die Optimierung des Heizsystems wird gefördert. Die Optimierung des Heizsystems kann gefördert werden, wenn die Anlage älter als 2 Jahre ist, der Heizungsaustausch ist mit der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig, wenn Ihr Gebäude älter als 5 Jahre ist.

Mit dem Klimapaket und der Bundesförderung für effiziente Gebäude hat die Bundesregierung ihre Förderung für effiziente und klimafreundliche Heizungsanlagen verbessert. Die Zuschüsse des Bundes für den Heizungsaustausch werden über das BAFA abgewickelt. Aber auch Länder und Kommunen fördern weiterhin den Heizungsaustausch. Die Kombination der Förderprogramme ist teilweise möglich und kann so den Zuschuss erhöhen.

Wärmepumpen

Die Neuanschaffung von Wärmepumpen ist förderfähig, wenn die Anlage überwiegend für folgende Zwecke genutzt werden:

  • Raumheizung von Gebäuden
  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung
  • Bereitstellung von Wärme für ein Wärmenetz

Gefördert wird auch die Nachrüstung bivalenter Systeme mit Wärmepumpe. Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Biomasse-Anlagen (Scheitholz, Pellets, Holzschnitzel)

Gefördert wird die Errichtung oder Erweiterung von Biomasseanlagen für die thermische Nutzung ab 5 kW Nennwärmeleistung:

  • Kessel zur Verbrennung von Biomassepellets und -hackschnitzeln
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskessel zur Verbrennung von Biomassepellets bzw. -hackschnitzeln und Scheitholz
  • besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel

Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Bei der Verbrennung von Biomasse entstehen Emissionen, für die Grenzwerte einzuhalten sind. Anlagen mit besonders geringen Staubemissionen (2,5 mg/m3) erhalten einen höheren Zuschuss (Innovationsbonus in Höhe von 5 Prozent).

Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Solarthermieanlagen

Die Errichtung oder Erweiterung von solarthermischen Anlagen wird gefördert, wenn sie mindestens einem der folgenden Zwecke dient:

  • Warmwasserbereitung
  • Raumheizung
  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung
  • solare Kälteerzeugung
  • die Zuführung der Wärme und/oder Kälte in ein Wärme- und/oder Kältenetz


Eine Liste der förderfähigen Anlagen finden Sie beim BAFA.

Gas-Hybridheizungen

Bei diesem Heizungssystem werden zwei Energiequellen genutzt: Gas plus Erneuerbare. Der Hauptwärmeerzeuger ist eine Gas-Brennwertheizung. 25 Prozent der Heizlast muss allerdings durch eine Solarthermie-, Wärmepumpen- oder Biomasse-Anlage erzeugt werden. Im Gegensatz zu „Renewable Ready“-Anlagen muss die ergänzende Erzeugung durch Erneuerbare sofort bei Inbetriebnahme umgesetzt werden.

Gas-Brennwertheizungen „Renewable Ready“

Gemeint sind damit Gas-Brennwertheizungen, die spätestens 2 Jahre nach Inbetriebnahme auch Wärme aus erneuerbaren Energien nutzen. Sie müssen bereits bei Inbetriebnahme weitestgehend auf die Einbindung von Erneuerbaren Energien vorbereitet sein. 25 Prozent der Heizlast muss durch eine Solarthermie-, Wärmepumpen- oder Biomasse-Anlage erzeugt werden.

Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen

Diese Hybridheizungen (EE-Hybride) sind keine speziellen Heizungsanlagen, sondern Kombinationen aus Solar-, Biomasse- und/oder Wärmepumpen.

Fernwärme

Als Alternative zur eigenen Heizung wird der Anschluss an ein öffentliches Wärmenetz (Fernwärme) gefördert, sofern dessen Wärmeerzeugung zu mindestens 25 Prozent aus Erneuerbaren Energien gespeist wird.

Gebäudenetz

Gefördert wird die Errichtung oder Erweiterung eines nicht-öffentlichen Wärmenetzes (Gebäudenetz) zur ausschließlichen Eigenversorgung von mindestens 2 Gebäuden auf dem Grundstück eines Eigentümers. Die Wärmeerzeugung muss zu mindestens 25 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist werden und es darf kein Öl als Brennstoff eingesetzt werden.

Gefördert wird zudem der Anschluss an ein förderfähiges Gebäudenetz.

Heizungsoptimierung

Gefördert werden Maßnahmen zur Optimierung des Heizungsverteilsystems:

  • Hydraulischer Abgleich
  • Einstellung der Heizkurve
  • Austausch von Heizungspumpen
  • Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung
  • Dämmung der Rohrleitungen
  • Einbau von Flächenheizungen, Niedertemperaturheizkörpern und Wärmespeichern


Detaillierte Informationen zur Heizungsoptimierung erhalten Sie auf den Internetseiten des BAFA.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung ist ein prozentualer Zuschuss, der nach Abschluss der Maßnahme gezahlt wird. Dieser Zuschuss ist abhängig von der Art der geförderten Anlage und den förderfähigen Kosten.

Öl-Austausch-Bonus: Wenn Sie Ihre Ölheizung durch eine neue, effizientere und klimafreundlichere Anlage ersetzen, winkt sogar ein Zusatzbonus vom Staat. Mit der Öl-Austauschprämie erhalten Sie zusätzlich 10 Prozent auf die eigentliche Förderung. Die neue Heizungsanlage muss eine Gas-Hybridheizung, Wärmepumpe, Erneuerbare-Energien-Hybridheizung (EE-Hybride) oder eine Biomasseanlage mit Scheitholz, Pellets oder Holzschnitzel sein.

iSFP-Bonus: Über das BAFA wird auch eine Energieberatung für Wohngebäude gefördert. Wenn Sie einen Beratungsbericht als individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen oder bereits vorliegen haben, können Sie einen weiteren Bonus von 5 Prozent erhalten. Den Bonus erhalten Sie, wenn Sie eine Sanierungsmaßnahme umsetzen, die Bestandteil des Berichtes ist.

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Welche Kosten sind förderfähig?

Als förderfähige Investitionskosten (Bruttokosten einschließlich Mehrwertsteuer) gelten:

  1. Anschaffungskosten des geförderten Wärmeerzeugers
  2. Kosten für Installation und Inbetriebnahme
  3. Kosten der erforderlichen Umfeldmaßnahmen


Weitere Informationen finden Sie beim BAFA im Infoblatt zu den förderfähigen Kosten. Als förderfähige Kosten können maximal 60.000 Euro pro Antrag und Jahr berücksichtigt werden.

Baubegleitung

Ein energieeffizientes Heizungssystem sollte gut geplant sein. Die Baubegleitung und Fachplanung mit einem Energie-Effizienz-Experten oder einer Expertin wird mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert.

Förderung beantragen

Die Förderung für Heizungen mit erneuerbaren Energien ist immer vor Abschluss des Liefer- und/oder Leistungsvertrages (z.B. Installateur) beim BAFA zu beantragen. Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrages beim BAFA.

Die Summe der angegebenen Kosten ist Grundlage für die Zuwendungsentscheidung. Sie kann im späteren Verlauf nicht nach oben korrigiert werden.

Die Anträge sind online zu stellen. Haben Sie nicht die Möglichkeit dazu, können Sie auch eine andere Person bevollmächtigen. Sobald der Antrag über das elektronische Antragsformular gestellt ist, können Sie mit der geplanten Maßnahme beginnen. Weitere Informationen zum Antragsverfahren erhalten Sie beim BAFA.

In fünf Schritten den Zuschuss erhalten

Eine ergänzende Kreditfinanzierung ist über die KfW möglich. Das Förderprodukt Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit (Produktnummer 167) kann hierfür in Anspruch genommen werden. Ab dem 01.07.2021 sind Anträge zur Förderung einer Heizung mit Kredit und Tilgungszuschuss grundsätzlich über die KfW zu beantragen.

Nicht nur an den Heizungskeller denken

Alle geförderten Systeme können die laufenden Heizkosten senken – wenn die Bedingungen stimmen. Eine Wärmepumpe etwa läuft effizienter, wenn ein Haus gut gedämmt ist. Auch für Pelletheizungen, Gaskessel und andere Systeme gilt: Je weniger Wärme die Heizung liefern muss, desto kleiner kann ihre Leistung ausfallen. Dadurch wird sie günstiger sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb. Deshalb kann es in vielen Fällen sinnvoll sein, zuerst die Fassade zu dämmen, bevor eine neue Heizung kommt. Der Zuschuss für Dämmmaßnahmen, die mit 20 Prozent gefördert werden, kann seit dem 01.01.2021 ebenfalls beim BAFA beantragt werden. Alternativ zur BEG können Privatleute 20 Prozent der förderfähigen Kosten über 3 Jahre verteilt von der Steuerschuld abziehen.

Welche Förderungen Sie für Ihr Eigenheim bekommen können, haben wir für Sie in unserem Übersichtsartikel zusammengefasst.