Steigende Prämien beim Elementarschaden-Schutz: Wir suchen Ihren Fall

Stand: 30. Juni 2026

Für viele Eigenheimbesitzer*innen in Sachsen könnte der Schutz vor Naturgefahren wie Hochwasser oder Starkregen zunehmend unbezahlbar werden. Der Grund: Versicherer erhöhen massiv die Beiträge oder kündigen bestehende Verträge – insbesondere in Risikogebieten.

Wird der Elementarschaden-Schutz zum Luxusgut?

Der Verbraucherzentrale Sachsen liegen derzeit einige Meldungen von Betroffenen vor – darunter besonders häufig von Kund*innen der Allianz. Sie berichten von ordentlichen Kündigungen bestehender Wohngebäudeversicherungen, angedrohten Vertragskündigungen und drastischen Beitragserhöhungen beim Elementarschaden-Schutz. Besonders problematisch ist die Situation in Regionen mit hohem Risiko. Wer dort gekündigt wird, hat oft kaum noch Chancen, eine neue Versicherung abzuschließen.

Sorge vor Rückzug aus Risikogebieten

Die Verbraucherzentrale Sachsen befürchtet, dass sich Versicherungsunternehmen zunehmend aus hochwassergefährdeten Regionen zurückziehen. Für Verbraucher*innen wird es dadurch immer schwieriger, überhaupt noch Versicherungsschutz zu erhalten. 

Vor diesem Hintergrund fordert die Verbraucherzentrale eine gesetzliche Pflichtversicherung gegen Naturgefahren.

Jetzt Fälle melden

Um das Ausmaß der Entwicklung sichtbar zu machen und politischen Handlungsdruck zu erhöhen, bittet die Verbraucherzentrale Sachsen betroffene Hausbesitzer*innen um Unterstützung. Betroffen sein können Kund*innen aller Versicherungsunternehmen.

Gesucht werden:

  • gekündigte Elementarschadenversicherungen oder angedrohte Kündigungen bestehender Verträge
  • neue Versicherungsangebote mit massiv gestiegenen Beiträgen

Diese Unterlagen werden benötigt:

Betroffene werden gebeten, folgende Dokumente per E-Mail einzureichen:

  • Kündigungsschreiben oder angedrohte Kündigung der Versicherung 
  • neues Versicherungsangebot mit Beitragserhöhung
  • ausgefüllte Datenschutzerklärung
    (persönliche Daten können geschwärzt werden)
Beispiel aus der Beratung: Beitragssprung um mehr als das Fünffache

Wie drastisch die Entwicklung ausfallen kann, zeigt ein aktueller Fall aus Dresden: Ein Hauseigentümer, dessen Immobilie 2008 gebaut wurde und seit 2019 bei der Allianz versichert ist, soll künftig rund 3.400 Euro jährlich für seine Wohngebäudeversicherung zahlen – bislang lag der Beitrag bei etwa 645 Euro. Sollte das neue Angebot nicht angenommen werden, wurde ihm die Kündigung des bestehenden Vertrags angekündigt.

Besonders kritisch: Die Hochwasserereignisse der Jahre 2002 und 2013 waren dem Versicherer bereits bei Vertragsabschluss bekannt. Dennoch würde sich der Beitrag nun auf einen Schlag mehr als verfünffachen.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.