Wo der Asphalt glüht: Städte im Hitzestress

Pressemitteilung vom 29. Juli 2026

Hitzewellen werden häufiger und machen sich besonders in dicht bebauten Städten bemerkbar. Versiegelte Flächen, wenig Grün und fehlende Schattenplätze verstärken die Belastung – doch Kommunen und andere Akteure können gegensteuern und für mehr Hitzeschutz im öffentlichen Raum sorgen.

Hitzeaktionspläne schaffen Orientierung und Schutz

Sachsen steht erneut vor heißen Sommertagen mit Temperaturen deutlich über 30°C. Die Belastung trifft längst nicht nur Wohnungen und Häuser, sondern auch Straßen, Plätze und dicht bebaute Quartiere. Die Verbraucherzentrale Sachsen sieht Kommunen, Wohnungswirtschaft und Bürger*innen gemeinsam in der Verantwortung, Städte und Gebäude besser auf Hitze vorzubereiten.

„Gerade in verdichteten Stadtteilen heizen sich Straßen, Fassaden und versiegelte Flächen stark auf. Dort braucht es schattige Aufenthaltsorte, kühlere Wege und niedrigschwellige Möglichkeiten zur Erholung“, sagt Lorenz Bücklein, Energiereferent der Verbraucherzentrale Sachsen.

Kommunale Hitzeaktionspläne schaffen dafür eine wichtige Grundlage. Sie bündeln Maßnahmen von Verwaltung, Gesundheitswesen, sozialen Einrichtungen, Wohnungswirtschaft und Zivilgesellschaft. Ziel ist es, besonders gefährdete Gruppen besser zu schützen, Warnketten zu optimieren und öffentliche Räume klimaangepasst weiterzuentwickeln. Aus Sicht der Verbraucherzentrale Sachsen sollten solche Konzepte in allen Kommunen konsequent vorangetrieben werden.

„Hitze ist längst kein Randthema mehr, sondern eine konkrete Gesundheits- und Alltagsbelastung. Kommunen sollten nicht erst reagieren, wenn die nächste Hitzewelle da ist. Gefragt sind vorsorgende Konzepte, die schnell wirksame Maßnahmen mit langfristiger Stadtentwicklung verbinden“, so Lorenz Bücklein.

Mehr Schatten, mehr Grün

Auch mit vergleichsweise geringem Aufwand lässt sich die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum spürbar verbessern. Mobile Begrünung, zusätzliche Trinkwasserangebote, temporäre Schattenplätze, entsiegelte Flächen oder beschattete Sitzgelegenheiten tragen dazu bei, Hitzebelastungen zu reduzieren. Sogenannte Wanderbaumalleen können Straßen für einige Wochen begrünen und zusätzliche Schattenbereiche schaffen. In Verbindung mit Gießpatenschaften lassen sich solche Ansätze zudem gut mit bürgerschaftlichem Engagement verknüpfen.

Hitzeschutz in den eigenen vier Wänden

Auch im eigenen Zuhause können Verbraucher*innen mit einfachen Maßnahmen für angenehmere Raumtemperaturen sorgen:
 

  • Fenster und Türen sollten während der heißen Tagesstunden geschlossen bleiben.
  • Gelüftet wird am besten in den kühleren Abend-, Nacht- oder Morgenstunden.
  • Besonders wirksam ist außenliegender Sonnenschutz, etwa durch Rollläden, Jalousien, Markisen oder Sonnensegel. Wo dies nicht möglich ist, kann bereits ein helles Tuch vor dem Fenster die direkte Sonneneinstrahlung verringern.
  • Ventilatoren sorgen für mehr Luftbewegung, senken die Raumtemperatur jedoch nicht dauerhaft.
  • Elektrische Geräte möglichst nur bei Bedarf nutzen, da sie zusätzliche Wärme abgeben.

Langfristig sollte Hitzeschutz bei Sanierungen und Modernisierungen mitgedacht werden. Verschattung, eine gute Dämmung, geeignete Fenster, Gebäudebegrünung und ein angepasstes Lüftungskonzept tragen dazu bei, Gebäude auch an heißen Tagen angenehm kühl zu halten.

Wer unsicher ist, welche Maßnahmen im eigenen Zuhause sinnvoll sind, kann sich unabhängig beraten lassen. Termine und weitere Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 809 802 400.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.