Vorsicht bei dubiosen Bücherkäufen
Ein Ehepaar aus Sachsen glaubte, endlich einen seriösen Käufer für seine Büchersammlung gefunden zu haben. Die Firma „Raritäts und Kunstvermittlung, 12103 Berlin“ bot 74.000 Euro für die Bertelsmann-Reihe an. Kurz nach Vertragsschluss teilte das Unternehmen mit, ein Abnehmer sei bereits gefunden.

Wenig später wurden mehr als 30.000 Euro auf dem Konto des Paares gutgeschrieben. Ein Schreiben stellte die Gutschrift als „Gesamtkostenübernahme für den Bücherverkauf“ durch eine bekannte Großbank dar. Ungewöhnlich war jedoch, dass die Verbraucher dieses Geld anschließend an das Konto einer unbekannten Firma mit Empfängernamen „S.A.H. International GmbH“ weiterleiten sollten, angeblich ein Zwischenkonto der Berliner Kunstvermittlung für die Kosten des Verkaufs.
„Die Freude über das Angebot war groß und den Verbrauchern wurde durch die hohe Geldzahlung zunächst Sicherheit suggeriert“, berichtet Jasmin Trautloft, Leiterin der Verbraucherzentrale Plauen. Dennoch blieb bei den Betroffenen ein ungutes Gefühl.
Überweisung noch rechtzeitig gestoppt
Die Verbraucher hatten den Überweisungsbeleg an die S.A.H. International GmbH bereits bei ihrer Bank eingeworfen. Nach dem Beratungsgespräch riet Jasmin Trautloft ihnen, umgehend zu ihrer Bank Kontakt aufzunehmen. Die Überweisung konnte so noch verhindert werden.
„Der Vertrag und die damit verbundenen Zahlungsströme waren unschlüssig, der angebliche Käufer tauchte nirgends auf. Alles wirkte unstimmig“, sagt Jasmin Trautloft.
Tatsächlich erhielten die Verbraucher kurz darauf einen auf ihren Namen abgeschlossenen Kreditvertrag von der bekannten Großbank. Die Auszahlung des Kredites war bereits erfolgt – die mehr als 30.000 Euro auf ihrem Konto, die die Betroffenen für eine Anzahlung hielten.
Den Kreditvertrag konnte das Ehepaar anschließend schriftlich widerrufen. Die bereits erfolgte Auszahlung wurde folgenfrei rückabgewickelt. Die Verbraucherzentrale riet außerdem zur Anzeige bei der Polizei. „Wir warnen ausdrücklich davor, Geld aus solchen Geschäften unbedarft weiterzuüberweisen. Ein so verursachter Schaden kann über Jahre zu enormen finanziellen Belastungen führen“, so Jasmin Trautloft.
Wer Probleme mit Verträgen hat, erhält Unterstützung bei den Verbraucherzentralen in Sachsen. Beratungstermine können online oder telefonisch unter 0341 696 2929 vereinbart werden.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.