Muss der Heizkörper immer heiß sein?

Pressemitteilung vom 15. Oktober 2026

Richtig heizen, Kosten senken: Zum Start der Heizsaison erklärt die Verbraucherzentrale Sachsen, worauf es ankommt und welche (neuen) Heizgewohnheiten sich lohnen.

Wer schon einmal eine hohe Heizkostennachzahlung leisten musste, achtet beim Start der Heizsaison womöglich genauer auf den eigenen Verbrauch. Auch die hohen Preise für Öl, Gas und Fernwärme machen es für viele Haushalte wichtig, Heizkosten im Blick zu behalten. Doch wie warm sollte die Wohnung sein? Wo lässt sich Energie sparen, und worauf kommt es an, damit die Räume nicht zu stark auskühlen und Feuchtigkeit oder Schimmel begünstigt werden?

„Die Sorge vor hohen Heizkosten sollte nicht dazu führen, dass Wohnräume auskühlen“, sagt Denis Schneiderheinze, Energiereferent bei der Verbraucherzentrale Sachsen. „Es lohnt sich aber, die eigenen Heizgewohnheiten zu prüfen. Oft lässt sich dabei unnötiger Verbrauch vermeiden.“

Was bedeuten die Zahlen am Thermostat?

Sie stehen für die gewünschte Raumtemperatur. Bei üblichen Modellen entspricht Stufe 2 ungefähr 16 Grad, Stufe 3 etwa 20 Grad. Ist die Temperatur erreicht, drosselt das Ventil den Zufluss von Heizwasser. Nicht selten aber funktionieren ältere Ventile nicht mehr zuverlässig. Zu Saisonbeginn sollten die Thermostatventile daher geprüft werden.
Auf Stufe 5 ist das Ventil komplett geöffnet und gibt ungeregelt Wärme ab. Für gewöhnliche Wohnräume ist diese Einstellung in der Regel viel zu warm. Achtung: Das Schneeflockensymbol steht für den Frostschutzbetrieb. Damit ist das Ventil aber noch nicht geschlossen bzw. die Heizung vollständig abgeschaltet.

Was tun, wenn der Heizkörper gluckert?

Gluckert der Heizkörper oder bleibt er oben kühl, kann Luft im System stecken. Dann kann Entlüften helfen. Das geht oft unkompliziert in Eigenregie mit einem Entlüftungsschlüssel für Heizkörper. Im Mehrfamilienhaus ist es ein wenig komplexer: Wer hier Heizkörper selbst entlüftet, sollte anschließend die Hausverwaltung informieren, damit der Wasserdruck der Anlage geprüft und Heizungswasser nachgefüllt wird. Wenn Räume dauerhaft nicht ausreichend warm werden, sollten sich Mieterinnen und Mieter mit der Hausverwaltung oder dem Vermieter in Verbindung setzen.

Warum bleibt es auf dem Sofa kühl?

Wenn Möbel oder lange Vorhänge den Heizkörper verdecken, kann sich die Wärme nicht optimal im Raum verteilen. Ist zusätzlich das Thermostat verdeckt, kann sich die Wärme dort stauen. Das Ventil registriert dann eine höhere Temperatur und regelt die Heizleistung herunter, obwohl der übrige Raum noch kühl ist. Heizkörper und Thermostate sollten deshalb möglichst frei bleiben.

Kann das Wohnzimmer das Schlafzimmer mitheizen?

Besser nicht, wenn die Räume unterschiedlich stark beheizt werden. Warme, feuchte Luft aus einem beheizten Zimmer kann in einen kühleren Raum gelangen. Kühlt sie dort an Wänden oder anderen Oberflächen ab, kann sich Feuchtigkeit niederschlagen und das Schimmelrisiko steigen. Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen sollten deshalb möglichst geschlossen bleiben.

Auch wenig genutzte Wohn- und Schlafräume sollten nicht auskühlen. Als Orientierung gelten mindestens 16 bis 18 Grad, bei schlechter Dämmung können höhere Temperaturen nötig sein. „Wie weit sich die Temperatur absenken lässt, hängt vom Gebäude und von der Luftfeuchtigkeit ab“, erklärt Denis Schneiderheinze.

Reichen fünf Minuten Lüften?

Bei kaltem Winterwetter häufig schon, im milderen Herbst kann es deutlich länger dauern. Außentemperatur und Wind bestimmen mit, wie schnell die Luft ausgetauscht wird. Deshalb mehrmals täglich die Fenster weit öffnen, möglichst Durchzug schaffen und die Heizkörperthermostate währenddessen herunterdrehen. Besonders nach dem Duschen, Kochen und Schlafen sollte feuchte Luft hinaus. Dauerhaft gekippte Fenster können dagegen die umliegenden Bauteile auskühlen.

Ein Thermo-Hygrometer hilft, Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten. Bleibt die Feuchtigkeit trotz regelmäßigem Lüften hoch oder tritt Schimmel auf, sollte die Ursache geprüft werden.

Besser günstig wohnen: Gut informiert durch die Heizsaison

Weitere Informationen rund ums Heizen und Energiesparen bietet die kostenfreie Online-Vortragsreihe „Besser günstig wohnen“ der Verbraucherzentrale Sachsen. Informationen und Anmeldung: verbraucherzentrale-sachsen.de/besser-günstig-wohnen

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