Die Heizung läuft: Aber läuft sie auch richtig?

Pressemitteilung vom 22. Oktober 2026

Von der Heizkurve bis zur Gebäudedämmung: Wer Heizung und Haus gemeinsam betrachtet, kann Energie sparen und Kosten senken. Welche Einstellungen sich lohnen und wie man Sanierungen clever plant, erklärt die Energieberatung der Verbraucherzentrale Sachsen.

Solange die Heizung zuverlässig läuft und das Haus warm wird, besteht oft wenig Anlass, sich näher mit der Anlage zu beschäftigen. Erst eine Störung oder eine hohe Rechnung wirft Fragen auf: Welche Einstellungen passen noch zum Haus? Wo geht Wärme verloren? Und welche Arbeiten stehen ohnehin bald an?

„Eine Heizung kann zuverlässig Wärme liefern und dabei mehr Energie verbrauchen als nötig“, sagt Denis Schneiderheinze von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Entscheidend ist, dass Heizungsanlage, Wärmeverteilung und Gebäude zusammenpassen. Wer etwas verbessern möchte, sollte diese drei Bereiche gemeinsam betrachten.“

Erst die Einstellungen prüfen

Wurde die Heizungsregelung seit Jahren nicht verändert, lohnt es sich, die Einstellungen an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Passen die Heizzeiten noch zur Nutzung des Hauses? Wird das Heizwasser heißer bereitgestellt als für angenehm warme Räume erforderlich?

Bei witterungsgeführten Anlagen regelt die sogenannte Heizkurve, wie warm das Heizwasser bei einer bestimmten Außentemperatur sein soll. Ist sie zu hoch eingestellt, stellt die Anlage unnötig hohe Temperaturen bereit. Ein Fachbetrieb kann die Einstellung an das Gebäude anpassen. Das Ziel: Alle Räume mit möglichst niedriger Vorlauftemperatur ausreichend beheizen.

Auch die Heizungspumpe und die Dämmung der Heizungsrohre verdienen Aufmerksamkeit. Eine effizient eingestellte Pumpe kann den Stromverbrauch senken. Gedämmte Rohre in unbeheizten Kellerräumen verringern Wärmeverluste auf dem Weg zu den Wohnräumen.

Wenn die Wärme nicht richtig ankommt

Ein Zimmer bleibt kühl, während andere schnell überheizen? Oder die Heizkörper rauschen auffällig? Solche Beobachtungen können auf Probleme bei der Wärmeverteilung hinweisen und sollten als Anlass für eine Überprüfung genutzt werden.

Ein hydraulischer Abgleich kann helfen, die benötigten Heizwassermengen passend auf die einzelnen Heizkörper zu verteilen. Dazu ermittelt der Fachbetrieb den Wärmebedarf der Räume und stimmt Ventile, Pumpe und Regelung aufeinander ab. Einfach nur die Pumpenleistung oder die Heiztemperatur zu erhöhen, beseitigt die Ursache einer ungünstigen Verteilung nicht.

Anstehende Bauarbeiten nutzen

Die Heizung muss den Wärmebedarf decken, der durch Außenwände, Dächer oder Kellerdecke verloren geht. Sind diese Flächen nicht oder schlecht gedämmt, ist der Energieverbrauch entsprechend höher. Stehen ohnehin Bauarbeiten an, lohnt es sich deshalb, mögliche Dämmmaßnahmen gleich mitzudenken. Muss beispielsweise die Fassade erneuert oder das Dach saniert werden, können sich Arbeiten verbinden und Kosten, etwa für ein Gerüst, gemeinsam nutzen lassen.

Nicht jedes Haus braucht dafür sofort ein großes Sanierungspaket. Je nach Gebäude können auch die Dämmung der obersten Geschossdecke zu einem unbeheizten Dachboden oder der Kellerdecke sinnvolle Schritte sein.

„Es geht nicht darum, möglichst viele Maßnahmen auf einmal umzusetzen“, sagt Schneiderheinze. „Wichtig ist, zu prüfen, was beim eigenen Haus sinnvoll ist und welche Arbeiten sich gut miteinander verbinden lassen.“

Bei Heizungstausch rechtzeitig mitdenken

Wenn eine neue Heizung ansteht, sollte auch der künftige Wärmebedarf des Gebäudes berücksichtigt werden. Wird das Haus später besser gedämmt, sinkt in der Regel die benötigte Heizleistung. Deshalb sollten geplante Sanierungsmaßnahmen in die Auslegung der neuen Anlage einfließen. So lässt sich vermeiden, dass die Heizung größer dimensioniert wird als erforderlich.

Soll eine Wärmepumpe eingebaut werden, sind bauliche Verbesserungen zwar hilfreich, aber keine pauschale Voraussetzung. Ob sich der Einbau eignet, sollte immer im Einzelfall und unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren beurteilt werden.

Mit einer unabhängigen Einschätzung beginnen

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Sachsen unterstützt Eigentümerinnen und Eigentümer dabei, Einsparpotenziale einzuordnen und nächste Schritte vorzubereiten. Dabei lässt sich auch klären, wann eine weiterführende Fachplanung oder ein individueller Sanierungsfahrplan sinnvoll ist.

Termine und weitere Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 – 809 802 400. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.