Gebäudemodernisierungsgesetz: Kostenspirale für Hauseigentümer*innen

Pressemitteilung vom 11. Juni 2026

Neue Gasheizungen können für Hauseigentümer*innen langfristig teuer werden. Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor steigenden Kosten durch Biomethan-Vorgaben, CO₂-Bepreisung und höhere Netzentgelte. Eine unabhängige Energieberatung vor dem Heizungstausch wird daher immer wichtiger.

Bio-Treppe, CO₂-Preis und steigende Gasnetzentgelte erhöhen Kosten für fossile Heizungen massiv

Sachsens Verbraucherschützer*innen haben nachgerechnet. „Die Wahlfreiheit des Gebäudemodernisierungsgesetz droht für Sachsens Eigentümer*innen zur gefährlichen Kostenspirale zu werden“, warnt Lorenz Bücklein, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen. „Wer heute eine neue Gasheizung einbaut, muss sich über die Langzeitkosten für Bio-Treppe, CO2-Preis und Netzentgelte bewusst sein.“

Um die Gesamtkosten gut bewerten zu können, ist eine anbieterneutrale Energieberatung vor dem Einbau einer Heizung ratsam. Die Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert, dass die verpflichtende Energieberatung vor dem Einbau eines fossilen Heizsystems gestrichen werden soll. „Damit fehlt eine wichtige Leitplanke. Eine unabhängige Beratung bewahrt vor der bloßen Fixierung auf die niedrigeren Anschaffungskosten fossiler Heizungssysteme“, betont Bücklein.

Preistreibend sind laut Verbraucherzentrale Sachsen drei Faktoren. Die sogenannte Bio-Treppe verpflichtet ab 2029 zu 10 Prozent Biomethan-Anteil, der in Stufen bis 2040 auf bis zu 60 Prozent anwächst. „Schon heute sind Tarife mit 10 Prozent Biogas rund 25 Prozent teurer als reines Erdgas. Mit verstärkter Nachfrage erwarten wir bis 2040 einen Anstieg des Gaspreises von heute rund 11 auf über 26 Cent je Kilowattstunde“, stellt der Verbraucherschützer die Entwicklungen dar. Dazu komme ab 2028 der europäische Emissionshandel ETS2, der den CO₂-Preis Marktmechanismen überlässt. Je mehr Haushalte das Netz verlassen, desto höher fallen außerdem die Gasnetzentgelte für die verbleibenden Anschlüsse.

„Mit einer Wärmepumpe können diese hohen Kosten in vielen Fällen vermieden werden. Bei der aktuellen Förderkulisse und realistischer Gaspreisentwicklung rechnen sich diese bereits nach drei bis acht Jahren Betrieb gegenüber einer fossil betriebenen Heizung“, erläutert Bücklein. So sinke mit der BEG-Förderung von bis zu 70 Prozent der Eigenanteil bei einer Investition von 36.000 Euro auf rund 15.000 Euro. Für Gas- und Ölheizungen gibt es keinerlei staatliche Förderung.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Sachsen kann im Einzelfall skizzieren, welche Ersparnisse potenziell möglich sind.

Empfehlung der Verbraucherzentrale Sachsen vor dem Heizungstausch

  • Anbieterneutrale Energieberatung der Verbraucherzentrale Sachsen nutzen – kostengünstig dank Förderung
  • Den Kommunalen Wärmeplan der Gemeinde erfragen
  • Niemals nur auf den Kaufpreis schauen – die Betriebskosten über die Lebensdauer entscheiden
  • BEG-Förderantrag bei der KfW unbedingt vor Beauftragung einer neuen Heizung stellen

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.