Neue Empfehlungen zur Stilldauer: Was Eltern wissen sollten
Die Verbraucherzentrale Sachsen erklärt, warum frühzeitige Information wichtig ist, welche Rolle unabhängige Beratung spielt und weshalb individuelle Unterstützung zählt.

Wie lange sollte gestillt werden? Und was, wenn es ganz anders läuft als geplant? Für viele Mütter ist die Zeit nach der Geburt mit Fragen, Erwartungen und auch Druck verbunden. Anlässlich der Weltstillwoche vom 28. September bis 4. Oktober 2026 gibt die Verbraucherzentrale Sachsen Orientierung und zeigt, worauf es bei guter Stillförderung ankommt.
„Stillen ist kein Wettbewerb"
Mit der neuen S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) liegen aktualisierte fachliche Empfehlungen für die Zeit vor und nach der Geburt vor:
- Reifgeborene Kinder sollten bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat ausschließlich oder überwiegend gestillt werden.
- Eine Gesamtstilldauer von mindestens zwölf Monaten wird empfohlen.
- Über zwölf Monate hinaus kann weiter gestillt werden, wenn Mutter und Kind dies wünschen.
Die Leitlinie ist dabei keine Vorschrift. „Empfehlungen zur Stilldauer können Eltern eine Orientierung geben. Sie sollten aber nicht zu einem zusätzlichen Druck führen. Stillen ist kein Wettbewerb. Wichtig sind verlässliche Informationen und eine Begleitung, die die Bedürfnisse von Mutter und Kind berücksichtigt“, sagt Verena Müller, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.
Eltern bereits in der Schwangerschaft begleiten
Die aktualisierten Handlungsempfehlungen des Netzwerks „Gesund ins Leben“ setzen während der Schwangerschaft an: Werdende Eltern sollten frühzeitig verständliche, evidenzbasierte Informationen erhalten und die Möglichkeit haben, Fragen und Unsicherheiten zu klären. So lassen sich Erwartungen an das Stillen realistisch einordnen und mögliche Herausforderungen frühzeitig besprechen.
Drei Grundsätze für eine gute Stillförderung
Aus Sicht der Verbraucherzentrale Sachsen sind insbesondere drei Punkte wichtig:
- Früh informieren
Informationen zum Stillen sollten bereits in der Schwangerschaft zugänglich sein und verständlich vermitteln, was Eltern erwartet. - Unabhängig beraten
Beratung sollte wissenschaftlich fundiert und frei von kommerziellen Interessen sein. - Individuell begleiten
Nicht jede Familie macht die gleichen Erfahrungen. Die Unterstützung sollte sich deshalb an den individuellen Bedürfnissen von Mutter und Kind orientieren.
Die Verbraucherzentrale Sachsen informiert und berät zu Fragen rund um Ernährung, Schwangerschaft und Stillzeit. Alle Informationen dazu gibt es hier.
Auch der Verzicht auf alkoholische Getränke gehört zu einer gesunden Schwangerschaft. Für das ungeborene Kind gibt es keine nachgewiesen unbedenkliche Menge – deshalb gilt in dieser Zeit: Null Alkohol. Die sächsische Kampagne „100 % Liebe – 0 % Alkohol“ des Staatsministeriums für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt informiert über die Risiken von Alkohol in der Schwangerschaft sowie über Unterstützung und Handlungsmöglichkeiten.
Hintergrund: Weltstillwoche 2026
Die Weltstillwoche findet in Deutschland in diesem Jahr vom 28. September bis 4. Oktober 2026 statt. Sie bietet Anlass, die Bedeutung des Stillens und die Rahmenbedingungen für stillende Frauen stärker in den Blick zu nehmen. Das diesjährige Motto lautet: „Stillen. Deine Superkraft“.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.