Verbraucheraufruf: Untersuchung der Fernwärmepreise in Leipzig
Fernwärmepreise im Fokus: Die Verbraucherzentrale Sachsen prüft die Preisgestaltung der Stadtwerke Leipzig und ruft Vertragspartner*innen auf, Verträge und Abrechnungen einzureichen. Ziel ist mehr Transparenz und Fairness in einem monopolisierten Markt.

Mit Ausbau muss Transparenz und Fairness gewährleistet sein
Seit dem 30. Juni liegen die Wärmeplanungen der drei sächsischen Großstädte vor. In Leipzig, Dresden und Chemnitz wird die Fernwärme ein wesentliches Rückgrat für die Wärmewende sein. Leipzig sieht einen Ausbau der Fernwärme von heute ca. 30 auf 50 Prozent aller Haushalte bis 2045 vor, die Landeshauptstadt möchte von heute 50 auf dann zwei Drittel des Wärmebedarfs den Fernwärmeanteil erweitern und in Chemnitz sollen 50 Prozent des Stadtgebiets ans Fernwärmenetz angeschlossen werden.
Die Verbraucherzentrale Sachsen hat den Bedeutungszuwachs der Fernwärme zum Anlass genommen, das Preissystem der Fernwärmeversorger in Sachsen genauer zu untersuchen. „Fernwärme ist im Gegensatz zu Gas und Strom ein monopolisierter Markt. Beim geplanten Ausbau muss deshalb ein wesentlicher Fokus auf Fairness und Transparenz der Preise liegen“, erklärt Energiereferent Lorenz Bücklein.
Im Rahmen eines Verbraucheraufrufs in Leipzig suchen die Verbraucherschützer*innen die Unterstützung der Vertragspartner*innen der Stadtwerke bei der Fernwärmebelieferung. Dazu zählen Hauseigentümer*innen, Wohnungseigentümergemeinschaften sowie private Vermieter*innen mit fernwärmeversorgten Objekten. Anhand von Verträgen und den Abrechnungen der letzten 5 Jahre möchten die Verbraucherschützer*innen nachvollziehen, ob die Preisgestaltung der Leipziger Stadtwerke rechtlich statthaft ist. Auch die Möglichkeit einer Sammelklage wird dabei geprüft.
Auffällig sind Preissteigerungen in allen drei Netzen der Großstädte seit der Energiepreiskrise 2022/23. „Waren zuvor Arbeitspreise von 5 bis 7 ct/kWh die Richtschnur, zahlen Fernwärmekund*innen nun zwischen 10,5 bis knapp 15 ct/kWh. Den Ursachen für diese nun dauerhaft erhöhten Preise wollen wir auf den Grund gehen“, begründet Bücklein das nun in Leipzig gestartete Vorgehen. „Zwar sind die Gaspreise an den Märkten seit Beginn des Ukrainekriegs an den Weltmärkten wieder gesunken. Bei den Verbraucher*innen, die Fernwärme beziehen, kommt dieser Preiseffekt aber bisher viel zu wenig an“, kritisiert der Verbraucherschützer.
Die Verbraucherzentrale Sachsen verdeutlicht, dass Verbraucher*innen auf die kritische Kontrolle der Preisgestaltung bei einem monopolisierten Markt angewiesen sind. Nur so lassen sich Fairness und Transparenz herstellen. Verwundert zeigt sie sich über die öffentliche Äußerung seitens der Stadtwerke Leipzig bezüglich fehlender Kommunikation vor dem Verbraucheraufruf. Gleichwohl signalisiert sie Gesprächsbereitschaft, sollten die Stadtwerke Leipzig ihre Preisgestaltung offenlegen wollen.
Alle Informationen zum Verbraucheraufruf inklusive der Möglichkeit, der Verbraucherzentrale Sachsen Verträge und Abrechnungen per Webformular zuzusenden, finden Vertragspartner*innen auf der Webseite: verbraucherzentrale-sachsen.de/aufruf-leipziger-fernwaerme. Zusendungen zur Prüfung sind bis 31. August möglich.
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Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.
