Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist

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Eine Photovoltaikanlage verwandelt Sonnenlicht in Strom. Die Verbraucherzentrale erklärt, wie sie funktioniert und was Sie für Planung und Installation wissen müssen.
PV-Module auf dem Dach eines Wohnhauses

Das Wichtigste in Kürze:

  • Photovoltaikanlagen sind eine lohnende Investition, wenn möglichst viel des erzeugten Stroms selbst genutzt wird. 
  • Solarstromanlagen können Sie kaufen oder mieten. 
  • Fördermittel sollten bereits bewilligt sein, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben. 
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Was ist Photovoltaik (PV)?

Photovoltaik wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Dazu können Sie eine größere Photovoltaikanlage auf dem Dach errichten oder ein bis zwei Module auch auf der Terrasse oder am Balkon montieren. Die PV-Anlage besteht aus den Solarmodulen, die mit ihren darin enthaltenen Solarzellen das Sonnenlicht aufnehmen. Über einen Wechselrichter wird der erzeugte Gleichstrom dann in Haushaltsstrom mit 230 Volt umgewandelt. Inzwischen setzen schon viele private Haushalte auf erneuerbare Energien. Damit verbrauchen Sie nicht nur Strom, sondern produzieren auch welchen, sind also so genannte Prosumer:innen. Im Unterschied zur Photovoltaik wird bei der Solarthermie das Licht in Wärme umgewandelt.

Wer darf eine Photovoltaikanlage installieren?

Grundsätzlich darf sich jede Privatperson und jedes Unternehmen eine Solarstrom- oder Photovoltaikanlage (PV-Anlage) anschaffen. Im Einzelfall hängt das aber von Ihren Wohnverhältnissen ab: Gehört Ihnen ein Ein- oder Zweifamilienhaus können Sie diese Entscheidung in der Regel allein treffen. Wohnen Sie in einer Eigentums- oder Mietwohnung müssen die (Mit-)Eigentümer:innen bzw. die Vermieter:innen zustimmen.

Das "Ja" der Eigentümer:innen bzw. der Vermieter:innen brauchen Sie auch dann, wenn Sie ein Stecker-Solargerät für den Balkon installieren möchten. Diese Strom erzeugenden Geräte zum Anschließen und Loslegen (Plug-and-Play) können Sie auch ohne großen Planungs- und Installationsaufwand kaufen und nutzen. Im Gegensatz dazu müssen Sie bei Solaranlagen, die an oder auf Gebäuden installiert werden, zusätzliche technische und rechtliche Vorgaben  einhalten.

Theoretisch dürfen Sie selbst die Solarmodule auf dem Dach anbringen. Davon raten Fachleute allerdings ab, da die Hersteller ihre jahrzehntelangen Garantien von einer fachgerechten Montage abhängig machen. Den Anschluss an die Hauselektrik und ans Stromnetz muss ohnehin von an einem Elektrofachbetrieb erledigt werden.

Wann lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Ob eine Solarstromanlage das Richtige für Sie ist, hängt von Ihren persönlichen Zielen ab. Wenn Sie etwas für die Umwelt tun möchten, lautet die Antwort eindeutig: Ja!

Aber auch unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten sind Photovoltaikanlagen meist lohnend. Heute ist es üblich, einen Teil des Sonnenstroms vom Dach selbst zu verbrauchen. Daher ist der Stromverbrauch im Haushalt ein wichtiger Faktor. Eine Solaranlage rechnet sich umso schneller, je mehr Solarstrom Sie direkt selbst verbrauchen. Denn für den Strom vom Dach müssen Sie viel weniger bezahlen als für den Strom aus dem Netz. Rund 30 % des Stromverbrauchs kann bei einer typischen PV-Anlage direkt selbst verbraucht werden. Wird dazu noch ein Batteriespeicher eingebaut, können rund 70 % erreicht werden. Ganz nebenbei können Sie mit dem Strom vom Hausdach Ihren Autarkiegrad erhöhen, also unabhängiger vom Stromanbieter werden.

Den Strom aus Ihrer PV-Anlage, den Sie nicht selbst verbrauchen, können Sie in das öffentliche Netz einspeisen. Dafür erhalten Sie eine Einspeisevergütung, die ebenfalls zur Wirtschaftlichkeit der Anlage beiträgt.

Ob sich eine Solarstromanlage für Sie rechnet, können Sie online mit dem Renditerechner der Stiftung Warentest abschätzen. 


Beratung in den Bundesländern

Dürfen wir Sie beraten?

Zum Thema dieses Artikels beraten wir Sie auch gerne persönlich. Entweder in einer unserer Beratungsstellen oder in vielen Fällen auch telefonisch oder online.

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Wenn Sie bei der Beurteilung eines Angebots unsicher sind, können Sie auch bei einer Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe anfragen. Die stationäre Energie-Beratung ist bundesweit kostenlos.

Unter welchen Voraussetzungen ergibt eine Photovoltaikanlage Sinn?

Eine wichtige Bedingung ist eine möglichst verschattungsfreie Dachfläche mit einer stabilen, asbestfreien Dachdeckung. Optimal für eine PV-Anlage sind eine Südausrichtung und eine Dachneigung von 30 Grad. Neigungen von unter 25 oder über 60 Grad können den Stromgewinn aus der Solaranlage um bis zu zehn Prozent verringern. Die Ausrichtung der Fläche und die Sonneneinstrahlung sind also entscheidend.

Obwohl sie nicht so hohe Erträge wie nach Süden ausgerichtete Flächen bringen, sind heute auch Anlagen auf Ost- und Westdächern oft sinnvoll. Das hat auch mit einer speziellen technischen Vorgabe aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu tun. Denn Photovoltaikanlagen sollen nur maximal 70 Prozent der Nennleistung der Module ins Netz einspeisen. Bei Ost- und Westdächern bleibt die Maximalleistung der Gesamtanlage ohnehin meist unterhalb der 70-Prozent-Grenze, sodass durch diese Begrenzung kein Ertrag verloren geht.

Welche Förderung bekomme ich?

Wenn Sie überschüssigen Strom ins Netz einspeisen, erhalten Sie dafür eine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Höhe des Vergütungssatzes pro Kilowattstunde (etwa 7 Cent, Stand: Juli 2022) ist abhängig vom Monat der Inbetriebnahme und von der Anlagengröße. Bezahlt wird dieser Vergütungssatz im Jahr der Inbetriebnahme und weitere 20 Kalenderjahre. Für neue Anlagen sinkt der Vergütungssatz von Monat zu Monat, wer mit dem Kauf der Anlage abwartet, bekommt also immer weniger.

Die EEG-Vergütung muss vorab nicht beantragt werden. Der Netzbetreiber ist gesetzlich dazu verpflichtet, den Strom abzunehmen und nach den gesetzlichen Vorgaben zu vergüten. Voraussetzung ist aber eine Anmeldung im Marktstammdatenregister und bestimmte technische Eigenschaften der Photovoltaikanlage.

Die bundeseigene Förderbank KfW unterstützt den Kauf von Photovoltaikanlagen mit zinsgünstigen Darlehen. Im Rahmen der ebenfalls bei der KfW zu beantragenden BEG-Förderung für den Kauf oder die Sanierung von energieeffizienten Wohngebäuden sind unter bestimmten Voraussetzungen sogar Zuschüsse für eine Photovoltaikanlage möglich. Hierbei müssen Sie aber auf die EEG-Vergütung verzichten, sich also für die lukrativere der beiden Fördermöglichkeiten entscheiden. Wie sich eine Förderung im einzelnen auswirken kann, können Sie diesem Fachbeitrag entnehmen.

Auch in manchen Kommunen, von Regionalverbänden oder in einigen Bundesländern gibt es Zuschüsse für Photovoltaikanlagen oder für Batteriespeicher, wenn Sie eine Photovoltaikanlage anschaffen. Die örtlichen Klimaschutzmanager:innen oder Energieberater:innen kennen in der Regel die Möglichkeiten und Details.

Sollte ich eine Photovoltaikanlage mieten oder kaufen?

Eine Solaranlage ist immer als langfristige Investition zu sehen, die sich über 20 Jahre und länger rentieren soll. Viele Anlagen werden aber deutlich länger zuverlässig günstigen Strom liefern. Bei der Anschaffung müssen Sie je nach Anlagengröße pro Kilowatt Leistung durchschnittlich mit Kosten von etwa 1.300 bis 1.900 Euro (einschließlich 19 Prozent Mehrwertsteuer) rechnen. Größere Anlagen sind tendenziell günstiger als kleine, die Preise hängen aber auch vom Montageaufwand (Dachart, Kabelführung etc.) ab. Aufgrund der aktuell großen Nachfrage und Preissteigerungen bei Rohstoffen steigen auch zum Beginn 2022 die Preise für PV-Anlagen leider deutlich, nachdem der Sonnenstrom in den vergangenen Jahren immer günstiger geworden ist.

Eine Photovoltaikanlage mit beispielsweise 8 Kilowatt Leistung kostet etwa 13.000 Euro. Diese Summe müssen Sie nicht allein aufbringen. Neben der oben genannten BEG-Förderung können Sie auch Zuschüsse für Batteriespeicher und Solaranlagen beantragen. Nach Inbetriebnahme der Anlage erhalten Sie die oben genannte Einspeisevergütung für den ins allgemeine Netz abgegebenen Solarstrom.

Können oder wollen Sie trotz der Förderung die Anlage nicht vollständig selbst finanzieren, haben Sie die Wahl, eine Photovoltaikanlage über einen Kredit zu finanzieren oder eine Anlage zu mieten. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile.

Mit dem Kredit können Sie eine Anlage finanzieren, die von Anfang an Ihre eigene ist. Insgesamt ist dies in der Regel viel günstiger als zu mieten und auch die Kreditlaufzeit kann deutlich kürzer gewählt werden. Es gibt spezielle Kredite für Photovoltaikanlagen von  Geschäftsbanken und Sparkassen sowie Förderkredite mit günstigen Konditionen und Tilgungszuschüssen von der bundeseigenen Förderbank KfW.

Mieten oder pachten können Sie eine Photovoltaikanlage von Ihrem lokalen Stadtwerk oder überregionalen Unternehmen. Solche Angebote kosten Sie zwischen 50 bis 150 Euro im Monat. Das klingt überschaubar, summiert sich aber über die lange Laufzeit von meist 18 bis 20 Jahren auf einen hohen fünfstelligen Betrag, der die Anschaffungskosten beim Kauf einer Anlage fast immer deutlich übersteigt, manchmal um das Zwei- bis Dreifache.

Grund dafür ist, dass vermietende Unternehmen die Photovoltaikanlage nicht nur anschaffen und installieren müssen, sondern auch Kosten für Finanzierung, Wartung, Reparaturen, Versicherung und weitere Risiken sowie den unternehmerischen Gewinn einkalkulieren.

Wenn Sie eine Anlage mieten, gehört sie Ihnen zwar nicht, Sie sind aber Betreiber:in und dürfen den Solarstrom selbst verbrauchen. Den Überschuss speisen Sie wie bei einer eigenen Anlage ins Netz ein und erhalten die Einspeisevergütung aus dem EEG. Je nachdem, wie  jeweilige Unternehmen den Leistungsumfang der Anlage definieren, ob also bestimmte Zusatzleistungen in der Miete enthalten sind, und wie hoch der Eigenverbrauch angesetzt ist, kann unter dem Strich ein kleiner Gewinn für Sie herauskommen – oder aber auch ein dicker Verlust.

Meist ist eine Miete oder Pacht am Ende deutlich teurer als ein Kauf. Dafür brauchen Sie sich im besten Fall um die Wartung, Instandhaltung und Versicherung nicht zu kümmern, da das die Vermieter:innen übernehmen. Weil die Angebote aber sehr unterschiedlich ausgestaltet sind, lohnt es sich, die Vertragsbedingungen vorab gründlich zu prüfen. Achten Sie dabei auf versteckte Kosten und darauf, dass die Miete nur dann zu zahlen ist, wenn die Anlage wie versprochen Strom produziert und das vermietende Unternehmen allen vertraglichen Verpflichtungen (Wartung, Reparaturen) nachkommt. Vorteil der Miete ist, dass Sie sich bei der Anschaffung nicht mit technischen Details beschäftigen müssen und während des Betriebs keine größeren Kostenrisiken bestehen, wenn Solarmodule oder Wechselrichter nicht wie erwartet funktionieren. Nachteil ist, dass diese Mietverträge bis zu 20 Jahre laufen und praktisch nicht kündbar sind. Auch bei einem Hausverkauf oder wenn das Haus vererbt wird, müssen diese weitergeführt werden.

Ob Sie sich für einen Kredit oder die Miete der Anlage entscheiden, sollten Sie in Ruhe überlegen. Lassen Sie sich nicht zu schnellen Entscheidungen drängen, wie es häufig überregionale Unternehmen in Beratungsgesprächen versuchen, die telefonisch und über Videochat durchgeführt werden. Beachten Sie, dass Sie einen Vertragsabschluss in der Regel innerhalb von zwei Wochen widerrufen können. Nutzen Sie diese Möglichkeit, wenn Sie sich über Ihre Entscheidung unsicher sind.

Wie groß sollte die Photovoltaikanlage sein?

Die elektrische Leistung (Nennleistung) einer Photovoltaikanlage wird in Kilowattpeak (kWp), also Kilowatt Spitzenleistung angegeben. Das ist die maximale Leistung der Solarmodule unter standardisierten Laborbedingungen, die einen Vergleich von verschiedenen Modulen ermöglicht.

Für die Installation von rund 1 kWp Anlagenleistung werden etwa sechs bis acht Quadratmeter Fläche benötigt. Der Stromertrag der Anlage schwankt jedoch mit der Sonneneinstrahlung und den Jahreszeiten. Außerdem ist er abhängig von Umwelteinflüssen wie Schatten, reflektierendem Licht und der Verschmutzung der Module.

Die Anlage nur so klein zu dimensionieren, dass sie für den Eigenverbrauch optimiert ist, stellt oft nicht die wirtschaftlich beste Variante dar, da kleine Anlagen pro Kilowatt Leistung teurer sind als größere. Deshalb sind größere Anlagen meist lohnender, wie auch die aktuelle Photovoltaik-Studie der HTW Berlin im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW zeigt. Die Grenze setzen dann die verfügbare Dachfläche und das eigene Budget. Hintergrund der verschiedenen Preise bei unterschiedlichen Anlagengrößen sind die Fixkosten wie z.B. die Einspeisetechnik oder das Gerüst zum Aufbau. Diese Kosten sind nahezu unabhängig von der Anlagengröße und erhöhen die Kosten. pro kWp bei kleinen Anlagen.

Gewonnenen Strom selbst nutzen oder einspeisen?

Selbst erzeugten Strom selbst zu nutzen und dadurch weniger Energie aus dem Netz zu kaufen, lohnt sich mehr, als möglichst viel davon einzuspeisen. Denn der Strom vom eigenen Dach kostet Sie bei einer Anlagengröße von 5 bis 10 kWp nur etwa 13 bis 11 Cent pro Kilowattstunde (kWh), während Sie für Strom aus dem Netz rund 25 bis 30 Cent (brutto) pro Kilowattstunde bezahlen müssen.

Um zu wissen, wie hoch der Anteil an Strom ist, den Sie in jedem Fall für sich selbst erzeugen können, sind drei Faktoren wichtig:

  • die Höhe Ihres Stromverbrauchs,
  • dessen zeitliche Verteilung über den Tag und
  • die Anlagenleistung der PV-Anlage.

Mit unserem Solarrechner können Sie überschlagen, wie viel Solarstrom Sie ungefähr im Haushalt verbrauchen können. 

 

Beispiel für Stromerzeugung Eigenverbrauch

Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt mit einer 5-Kilowattpeak (kWp)-Anlage auf dem Hausdach erreicht z.B. einen sogenannten Eigenverbrauch von etwa 20 bis 30 Prozent, nutzt also 20 bis 30 Prozent des selbst erzeugten Stroms selbst.

Die Grafik zeigt die Erträge für einen solchen Fall. Dabei wird von einem spezifischen jährlichen Ertrag der Solaranlage von 900 kWh pro kWp und einem jährlichen Stromverbrauch im Haushalt von etwa 3.500 kWh ausgegangen (Hinweis: Grund für den geringen Eigenverbrauch im Sommer ist ein dreiwöchiger Urlaub.)

Der Eigenverbrauch lässt sich steigern, indem Sie den Stromverbrauch in die Produktionszeiten der Solaranlage verschieben,  also etwa die Wasch- und Spülmaschine passend einschalten. Auch ein Energiemanagementsystem kann Ihnen dabei helfen, Solarenergie zu Hause effizienter zu nutzen. Ein solches Gerät steuert die Energieströme automatisch, es kann z.B. bei Sonnenschein auch eine Wärmepumpe oder die Ladung eines Elektroautos automatisch starten. Eine dritte Möglichkeit ist es, einen Batteriespeicher einzusetzen. Damit lässt sich der Eigenverbrauch auf 50 bis 70 Prozent erhöhen.

Worauf muss ich achten, wenn ich eine Photovoltaikanlage anschaffen will?

Nehmen Sie sich Zeit für die Planung. Informieren Sie sich vorab gründlich und lassen Sie sich fachlich beraten.

Zunächst sollten Sie, am besten bei einer Beratung oder mit einem Fachbetrieb die baulichen Voraussetzungen prüfen. In den meisten Bundesländern ist für kleinere Photovoltaikanlagen, die an oder auf Gebäuden installiert werden, keine Baugenehmigung erforderlich. Es sei denn, es gibt Vorgaben zum Denkmalschutz oder örtliche Bebauungspläne, die etwas anderes besagen. Zur Sicherheit sollten Sie sich vorab bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung über die jeweils geltenden Vorschriften erkundigen.

Nun können Sie festlegen, welche Kriterien Ihre Solaranlage erfüllen soll: Wie groß kann die Anlage werden? Wie viel Strom muss sie erzeugen? Wie viel darf sie kosten? Dabei sollten Sie nicht nur Ihren aktuellen Stromverbrauch berücksichtigen, sondern auch gleich überlegen, ob Sie den selbst produzierten Strom in Zukunft vielleicht auch für Wärmeanwendungen (Warmwasser, Wärmepumpe) oder die Ladung eines Elektroautos nutzen möchten.

Wenn Sie wissen, was Sie brauchen, empfiehlt es sich, mehrere Kostenvoranschläge von Fachbetrieben einzuholen. Diese sollten zuvor auch bei Ihnen die konkreten Gegebenheiten vor Ort angesehen haben. Falls Sie eine Förderung in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie eventuelle Fördermittel unbedingt beantragt und bewilligt haben, bevor Sie einen Vertrag beim Anlagenhersteller oder Installationsbetrieb unterschreiben. 

Wie finde ich das beste Angebot?

Preistabelle Photovoltaikanlage

Unser aktueller Preisindex für Photovoltaik hilft Ihnen, die Kosten einzuschätzen. Ende 2021 lagen die Marktpreise wieder auf dem Niveau der 2019 erstellten Übersicht, derzeit steigen sie leider weiter. Beim Vergleich der Angebote sollten Sie aber nicht nur auf den Preis achten, sondern vor allem auf den Umfang und die Qualität der Leistungen. Falls notwendig sollten beispielsweise auch die Kosten für ein Gerüst oder den Umbau des Zählerschranks enthalten sein. Achten Sie bei den Konditionen im Angebot darauf, dass Sie keine Vorschüsse für noch nicht erbrachte Leistungen oder Lieferungen zahlen müssen. „Standardpakete“ passen nicht auf jedes Dach. Deshalb muss die Photovoltaikanlage an Ihre Bedürfnisse angepasst werden. Das gilt für die Anzahl der Solarmodule ebenso wie für Typ und Leistung des sogenannten Wechselrichters sowie des Batteriespeichers.

Entscheidend sind die Gesamtleistung (Spitzenleistung in kWp) der Anlage, das vorgesehene Anlagenkonzept und die verwendeten Komponenten (Hersteller, Typ). Kommen die einzelnen Bestandteile von unterschiedlichen Unternehmen, muss Ihr Installationsbetrieb dafür sorgen, dass sie optimal aufeinander abgestimmt sind.

Wichtig ist zudem, dass Ihr Installationsbetrieb ausreichend Kompetenz und Erfahrungen auf diesem Gebiet hat. Dies lässt sich durch fundierte Aus- und Weiterbildungen oder regelmäßige Schulungen bei Herstellerunternehmen belegen. Am besten lassen Sie sich auch Referenzen nennen, so dass Sie andere Kund:innen nach ihren Erfahrungen fragen können.

Vorteilhaft ist es, wenn Betriebe in Ihrer Nähe angesiedelt sind und auch engen Kontakt zu Lieferanten und Herstellern pflegen. Dann haben Sie im Zweifel bei Fragen und Reklamationen kurze Reaktionszeiten und können auf kulante Lösungen hoffen.  

Ohne Vor-Ort-Termin ist es kaum möglich, einen vernünftigen Kostenvoranschlag zu erstellen. Prüfen Sie anschließend, ob in den Kosten für Montage und Netzanschluss tatsächlich alle nötigen Bauteile und Arbeiten aufgeführt sind. Die Angebote sollten möglichst genau sein und alle Komponenten genau beschreiben.

Lassen Sie sich auch die Garantiebedingungen mit dem Angebot aushändigen und lesen Sie diese durch, wenden Sie sich bei Fragen an den Installationsbetrieb. Dieser hilft Ihnen auch, wenn für eine Garantie (z.B. bei einem Wechselrichter) eine Registrierung beim Hersteller notwendig ist.

Lassen Sie sich ein Anlagenprotokoll für Ihre Solarstromanlage ausstellen. Sowohl das Photovoltaik-Anlagenprotokoll als auch das PV-Speicherprotokoll wurde vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) mitentwickelt. Mit ihnen dokumentieren Handwerksbetriebe, dass die Anlage und die Geräte nach dem Stand der Technik geplant und installiert wurden. Die Formulare enthalten auch eine Protokollvorlage für die Übergabe der fertigen Anlage. Diese dokumentiert, dass die Anlage oder der Speicher bei der Übergabe korrekt funktionieren.

Beide Anlagenprotokolle können nur von registrierten Handwerksbetrieben übergeben werden. Der Bundesverband Solarwirtschaft hält dazu ausführliche Informationen und ein Handwerker:innenverzeichnis bereit.

Für Batteriespeicher auf Lithium-Ionen-Basis ist ein Zertifikat über die Einhaltung des Sicherheitsleitfadens Li-Ionen-Hausspeicher empfehlenswert.

Welche gesetzlichen Vorgaben muss ich einhalten?

Der Weg zur eigenen Solaranlage ist auch mit Formalitäten verbunden. Hier finden Sie die wichtigsten Aspekte: 

Anmeldung beim Netzbetreiber

Als Errichter meldet Ihr Installationsbetrieb die Solarstromanlage beim Stromnetzbetreiber an. Dieser ist Ansprechpartner für den Anschluss der Anlage ans Stromnetz. Er nimmt außerdem den Überschussstrom ab und vergütet Ihnen jede eingespeiste Kilowattstunde nach den Vergütungssätzen des EEG. An ihn müssen Sie bestimmte Daten einmalig und jährlich melden. Die meisten Netzbetreiber schlagen vor, einen Einspeisevertrag abzuschließen. Dieser Vertrag ist nach dem EEG aber nicht erforderlich und kann für Sie als Anlagenbetreiber:in nachteilig sein, wenn er einseitige Haftungsbeschränkungen zugunsten des Netzbetreibers enthält.

Anmeldung im Marktstammdatenregister

Sie müssen Ihre Photovoltaikanlage und – falls vorhanden – auch den Batteriespeicher bei der Bundesnetzagentur ins Marktstammdatenregister eintragen. Meldepflichtig sind die Inbetriebnahme, die Stilllegung, technische Änderungen und auch ein Betreiber:innenwechsel. Diese Pflicht besteht auch für ältere Anlagen und kann nur online vorgenommen werden.

Gewerbeanmeldung nicht nötig

Wenn Sie als Privatperson auf Ihrem Einfamilienhaus eine Solarstromanlage betreiben, müssen Sie dafür kein Gewerbe beim Ordnungsamt anmelden, auch wenn Finanzämter gelegentlich etwas anderes sagen. Der Bund-Länder-Ausschuss Gewerberecht hat dazu bereits im Jahr 2010 eine eindeutige Empfehlung abgegeben.

Steuererklärung muss meistens nicht sein

Möchten Sie die Photovoltaikanlage möglichst unbürokratisch betreiben und eine jährliche Steuererklärung dafür vermeiden, können Sie dies unter bestimmten Voraussetzungen tun - mit überschaubaren finanziellen Nachteilen. Falls Sie jedoch Ihre Solaranlage als Steuersparmodell nutzen möchten, sollten Sie prüfen, ob die eigene steuerliche Situation dazu geeignet ist und eine Steuerberatung in Anspruch nehmen. Interessante Aspekte finden Sie in unserem Artikel "Woran Sie beim Thema Steuern denken sollten". Darin ist auch die seit 2021 gültige Neuregelungen bei Anlagen bis 10 kWp beschrieben.

Wenn das Finanzamt den Betrieb der Photovoltaikanlage als steuerrechtliche Liebhaberei anerkennt, können Sie die Kosten für Arbeitsleistungen bei der Montage und Installation als Handwerkerleistungen von der Einkommensteuer absetzen. Voraussetzung ist hier, dass die Arbeitsleistungen in der Rechnung separat ausgewiesen werden.

Was ist die EEG-Umlage?

Jede:r bezahlt in Deutschland mit dem Strompreis eine EEG-Umlage. Für Photovoltaikanlagen bis 30 Kilowatt Leistung enthält sieht das EEG eine Bagatellgrenze vor. Das bedeutet, für den selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom ist keine EEG-Umlage zu zahlen. Das gilt jedenfalls, sofern Sie als Betreiber:in der Photovoltaikanlage den Solarstrom selbst verbrauchen, beispielsweise als Familie im eigenen Einfamilienhaus.

Verbrauchen Sie als Anlagenbetreiber:in den Solarstrom aber nicht selbst, sondern jemand anderes, gilt das als Stromlieferung und dann ist die volle EEG-Umlage fällig.

Anders sieht es bei Photovoltaikanlagen aus, die mehr als 30 Kilowatt Leistung haben: Hier müssen Sie für den selbst verbrauchten Strom eine auf 40 Prozent ermäßigte EEG-Umlage zahlen, und zwar auch dann, wenn Sie den Strom selbst erzeugen und gleichzeitig verbrauchen. Die EEG-Umlage müssen Sie an den Netzbetreiber bezahlen, sie wird von diesem zusammen mit der Einspeisevergütung jährlich abgerechnet. Hier finden Sie ein Beispiel für eine Abrechnung.

Die Höhe der EEG-Umlage wird jährlich neu festgelegt und im Oktober für das Folgejahr veröffentlicht. Für das Jahr 2022 beträgt die volle EEG-Umlage 3,7 Cent und die ermäßigte 1,49 Cent pro Kilowattstunde.

Worauf Sie bei PV-Anlagen mit mehr als 10 kW achten sollten

Die Höhe der Vergütung, die der Netzbetreiber laut EEG für den ins Netz eingespeisten Strom zahlt, ist abhängig von der Anlagenleistung.

Bei einer Anlage mit einer Leistung bis 10 Kilowatt ist der Vergütungssatz pro Kilowattstunde am höchsten. Der Leistungsanteil zwischen 10 und 40 Kilowatt wird etwas niedriger vergütet. Beispiel: Sie nehmen im Januar 2022 eine Photovoltaikanlage mit 15 Kilowatt in Betrieb. Dann erhalten Sie für die ersten 10 Kilowatt 6,83 Cent und für die restlichen 5 Kilowatt 6,63 Cent pro Kilowattstunde. Speisen Sie beispielsweise 9.000 Kilowattstunden ins Netz ein, erhalten 6.000 Kilowattstunden die höhere und 3.000 Kilowattstunden die niedrigere Vergütung.

Die Bundesnetzagentur ermittelt die Höhe der Einspeisevergütung nach EEG und veröffentlicht sie in regelmäßigen Abständen jeweils für 3 kommende Monate. Im ersten Jahr gilt die Einspeisevergütung ab dem Monat der Inbetriebnahme bis zum Jahresende und anschließend für weitere 20 Jahre volle Kalenderjahre.

Zusätzlicher Zähler notwendig

Bei einer Anlage bis 30 Kilowatt wird nur der bisherige Bezugszähler durch einen Zweirichtungszähler ersetzt. Dieser misst sowohl Strombezug wie auch Überschusseinspeisung aus der Photovoltaikanlage. 

Damit der Netzbetreiber bei einer Anlage mit mehr als 30 Kilowatt die EEG-Umlage für den Eigenverbrauch abrechnen kann, muss zusätzlich die Menge des selbst verbrauchten Solarstroms ermittelt werden. Weil der Eigenverbrauch aber nicht direkt messbar ist, muss der von der Solarstromanlage insgesamt produzierte Strom gemessen werden. Dafür ist ein zusätzlicher geeichter Zähler, der Erzeugungszähler, notwendig.

Größere Anlagen wirtschaftlich sinnvoll

Wegen dieser Unterschiede machen es sich viele Anbieterunternehmen von Photovoltaikanlagen einfach und empfehlen, nur Anlagen bis 10 Kilowatt zu installieren. Dagegen zeigt eine Studie im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW, dass es auch für private Haushalte wirtschaftlich sinnvoll sein kann, eine größere Anlage zu kaufen.

Die Studie zeigte unter anderem, dass größere PV-Anlagen pro Kilowatt Anlagenleistung weniger kosten als kleine. Außerdem unterscheiden sich die Betriebskosten von kleineren und größeren Anlagen im untersuchten Leistungsbereich bis 20 Kilowatt nur wenig, was den Solarstrom aus größeren Anlagen ebenfalls günstiger macht. Je größer der Eigenverbrauch des Solarstroms ist oder je mehr er sich durch künftige Anschaffungen wie ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe erhöht, umso sinnvoller ist eine größere Photovoltaikanlage.

Welche Versicherung brauche ich?

Solarstromanlagen sollten wenigstens in Ihre Wohngebäudeversicherung mit eingeschlossen werden, damit sie vor Gefahren wie Sturm, Hagel, Blitz und Feuer abgesichert sind. Für große und teure Anlagen oder wenn Sie einen Kredit zur Finanzierung in Anspruch nehmen, kann auch eine spezielle Photovoltaikversicherung empfehlenswert sein. Diese ist zwar teurer als eine Gebäudeversicherung, manchmal kalkulieren Unternehmen sie aber beim Kauf der Anlage schon in den Kaufpreis für die ersten ein bis drei Jahre ein.

Erhalte ich eine Gewährleistung oder Garantie für meine Photovoltaikanlage?

Je nach Einbausituation gibt es für Solarstromanlagen eine gesetzliche Gewährleistungsfrist von zwei oder fünf Jahren, d.h. die Verkaufsfirma muss in dieser Zeit für Sachmängel haften. Welche Frist im Zweifel gilt, ist juristisch nicht eindeutig geregelt. Deshalb sollten Sie am besten schon vor Ablauf der 2-Jahres-Frist prüfen, ob die Anlage ihre volle Leistungsfähigkeit hat, mängelfrei installiert wurde und die versprochenen Erträge bringt.

Darüber hinaus bieten Unternehmen für Solarmodule freiwillig Garantien über 10 bis mehr als 20 Jahre an. Damit solche Garantien wirklich etwas nützen, muss das Unternehmen in Deutschland ansprechbar sein. Gibt es die Firma irgendwann nicht mehr oder muss die Garantie im Ausland eingefordert werden, ist der Nutzen gering. Bei den Garantie- und Versicherungsverträgen von Solarstromanlagen kommt es wie immer auf die genannten Bedingungen an. Daher sollten Sie auch das Kleingedruckte der Garantiebedingungen genau lesen. Lassen Sie sich diese unbedingt mit dem Angebot vom Installationsbetrieb aushändigen und bewahren Sie diese Unterlagen unbedingt langfristig auf, wenn die Anlage realisiert ist.

Was ist zu tun, wenn die PV-Anlage läuft?

Sobald die Anlage läuft, sollten Sie regelmäßig die Funktion und den Ertrag der Anlage kontrollieren. Die meisten Wechselrichter speichern die Daten der Energieerzeugung und stellen sie am Display, auf einer Internetseite oder über eine Smartphone-App zur Verfügung. Beim Vergleich mit anderen Anlagen in der Region oder mit der Sonneneinstrahlung zeigt sich dann, wie reich die "Sonnenernte" ausfällt. Spätestens alle fünf Jahre sollte eine Fachperson die Sicherheit und Funktion der Anlage prüfen. Nach zehn Jahren kann eine professionelle Reinigung der Solarmodule sinnvoll sein.